Heimat
I.
Es ist 
nur ein Fleck auf der Landkarte

doch die Spuren
die wir hinterlassen

sind tief eingeschnitten
in uns selbst

II.
Jedes Wort
das wir sprechen
strömt den Geruch
der Heimat aus
Heimat
in die wir geboren sind
Heimat
die wir verlassen haben
Heimat
die wir niemals wiederfinden

es sei denn
in uns selbst

III.
Die Bilder
die wir in uns tragen

hauchen 
neues Leben ein

der Heimat 
in uns selbst

©Herbert-Werner Mühlroth 



Nachtlaub 

 

nachtlaub 

erntest die früchte des tages 

 

wo der tag die früchte der nacht trägt webst du sie in einen schleier aus eis 

 

die nacht hält deine augen weit offen der morgen trägt einen anzug aus reif 



Der Mond tanzt Tango

 Der Mond tanzt Tango von irgendwoher versucht ein Cello durchzudringen vergeblich 

der Mond mag keine Klagetöne die aus dem Rahmen fallen 

 

Der Mond tanzt weiter und wirft Schatten 

da zuckt die Geige vergeblich 

der Mond mag keine Seufzer die aus dem Rahmen fallen 

 

Der Mond tanzt Tango 

Und dreht weiter seine Schleifen da klimpert ein Klavier . . . 

 

-  Genug 

sagt da der Mond 

Was ist so falsch an einem Tango? 

Ich bin der Mond ich liebe Tangos 

und ich tanze wie und mit wem ich will Und ich tanze am liebsten alleine. 


Nein, kein Gedicht 

 

Kein Gedicht, 
nein 

 

kalt ist es geworden 

und die Zeit schleicht sich dahin hinterläßt Tode 

die nicht aufmucken 

und sich dennoch einschneiden in dein Gesicht 

 

Als ob da nichts getötet wäre oder aber doch noch Leben versteckt liegt 

in einer anderen Galaxie 

 

Was sollen denn die Nachbarn denken nein, kein Gedicht 

tue so, als ob du heimisch geworden wärst auf diesem Planeten 

heule ein wenig mit den Wölfen 

und leide ein wenig mit den Schafen und frage dich niemals: 

 

wo bleibt die Liebe?